Vater’s Krieg

Deutsche Gesdchichte über Krieg und Liebe – die Liebesbriefe meines Vaters aus Krieg, Gefangenschaft und Nachkriegsdeutschland

Text Rückseite ‚Der lustigste Wagen an der Ostfront‘ – mein Vater stehend links unten.

Meine Mutter hatte vor ihrem Tod 2009 die Liebesbriefe meines Vaters (an sie) in einer Kiste für mich geordnet, und mit Überschriften versehen. 2017 nahm ich mir die Zeit und hatte 9 Monate lang die Briefe – mit Sütterlin-Schrift geschrieben – in den Computer umgeschrieben, und mich über den historischen Kontext jeweils informiert. Die Briefe beginnen 1943, als mein Vater Besatzer in Norwegen war. Der Krieg klingt in den Briefen zunächst wie eine sportliche Übung. Februar 1944 kam mein Vater an die Ostfront. Der Krieg war auf einmal ein Kampf auf Leben und Tod, in Waldkampf Mann gegen Mann, in Schützengräben, Bunkern, auf der Flucht und in Offensiven.
In drei Treffen ’43 – ’44 verliebten sich meine Eltern. Doch es dauerte 6 Jahre, bis sie zusammen leben konnten. So lange waren sie durch den Briefkontakt verbunden.

Die Briefe an meine Mutter hat mein Vater wie gemalt. Schreiben war für ihn eine Selbstreflektion, einen maschinengeschriebenen Brief hätte er als unhöflich empfunden. Es gab eine Vorsicht gegenüber der Gestapo, immer damit rechnend, dass seine Briefe mitgelesen wurden. Mein Vater wußte, dass der Nazi-Geheimdienst eine Akte über über ihn führte. Je härter der Krieg, desto offener wurden aber dann seine Berichte.

Januar 1945: immer noch macht ihn das Schreiben glücklich, Humor und Hoffnung hält noch bis zum letzten Brief. Januar ’45 kommt er nach einer Großoffensive der Russen in deren Kriegsgefangenschaft. In den Jahren der Lagerhaft gibt es nur einen von Kameraden heraus geschmuggelten Brief und ein paar Postkarten. Eine rückbesinnende ausführliche Beschreibung hat mein Vater Anfang der 50-er Jahre für das rote Kreuz (zum Wohle vermisster Kriegsgefangener) gemacht, so dass auch diese Zeit dokumentiert ist.

Mein Vater, auf Heimaturlaub Sommer ’44 zu Besuch in Leipzig bei der Familie meiner Mutter

1948 schreibt mein Vater dann aus dem amerikanisch besetzten Frankfurt an meine Mutter nach Leipzig in der sowjetischen Besatzungszone. Erstaunlich, wie er sich wieder aufrappelt aus Hoffnungslosigkeit und im Netzwerk der Verwandtschaft das Leben organisiert, die Lebensfreude wieder kommt. 1948 ist meine Mutter auf abenteuerlichen Wegen aus der Ostzone zu meinem Vater übergesiedelt.

Künstlerische Aufbereitung als Programm für Friedensarbeit

Wenn ich dafür Mitstreiter finde, könnten wir z.B. eine Mischung aus Lesung, Hörspiel, Originalton, Doku für Schulklassen erarbeiten.

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